D’Lompekréimer
 

Vagabond, e jéineschen Danz


D’Lompekréimer

Musikanten

aus dem Jenischen :  Ich benötige keine dicke Karre und keinen riesigen Hof. Wenn aber das Geld mal knapp wird, werden die Messer geschliffen.

Die Begründer des Duos “D’Lompekréimer” (die Lumpensammler) sind sich 2005 auf einem Markt begegnet und haben sofort spontan zusammen musiziert. Das Publikum war begeistert. Für die Musiker war dieser magische Augenblick ein Schlüsselerlebnis. Seither spielen sie überall wo sie erwünscht sind auf, dies nach alter Musikantentradition ohne vorhergehende Proben. Sie treffen ein, bauen auf und los geht’s. Bio-dynamische Musik zum Anfassen im Esprit des fahrenden Volkes!

Pit Vinandy ist ein landbekannter Artist, Musiker und Produzent von Marionetten- und Theaterveranstaltungen. Olivier Kayser gehört zu den Jenischen, dem fahrenden Volk. Neben seiner musikalischen Tätigkeit arbeitet er als Schausteller im Varieté-Bereich. Beide Musiker spielen mehrere Instrumente und singen luxemburgische, deutsche, französische, englische und jenische Texte. Jenisch ist die internationale Sprache der Fahrenden. Sie bilden in Europa eine Minorität der schätzungsweise 700.000 Menschen angehören, wovon etwa 3000 in Luxemburg leben.

Das Duo bezeichnet seine Musik als Traditional Folk, der durch das spontane Zusammenspiel beider Musikanten jedoch etwas urwüchsiger ausfällt und wahrscheinlich den Interprationen der früheren Spielleute, Gaukler und Bänkelsänger recht nahe kommt.

Die “Lompekréimer”, verlorene Kinder des “Blannen Theis”, – einem in Luxemburg um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jh. bekannten blinden Wandermusikers.

Der Text ist zum Teil auf Jenisch geschrieben. Er hält fest, dass wir als Teil der jenischen Minorität in einer Art Dauermigration leben. Wir leben von der Hand in den Mund und meist im hier und heute. Für uns gibt es kaum, wenn überhaupt ein Morgen. Uns reicht es, uns selbst zu verwirklichen, indem wir unsere kulturelle Eigenheit, das Jenische, und unsere Berufung als Musiker verwirklichen.

Wir brauchen keine dicke Karre und keinen riesigen Hof. Ein quantes (schönes) Auto und ein Wohnwagen, sowie der Kreis unserer Familie sind für uns ausreichend. Die jenische Sprache ist unsere Heimat. Sie ist nicht vom Aussterben bedroht oder Folklore … sondern unser Bewusstsein.

A wann mer kee Quatz mei hocken hun … wenn also das Geld knapp wird, tja dann geben wir uns halt wieder ans Messerschleifen … wir sind ja ganz vielseitig.

 

Vagabond, e jéineschen Danz
“Schaffe goen daat mache mir dach gär! D’Lompekréimer dat sin mär!
Musikanten ze sin daat ass eist Liewen, zanter der Gebuert, bis dass
mir stierwen!Ech sin e Vagabond, ech hun quant Masommen am Bolt!

Ech brauch keng déck Kuar, an net vill Geld! Ech liewen sou wei et mir
gefällt!
Ech hu main Wôn ech brauch kee riesen Haff, an hun ech kee Quatz mei
hocken, dann gin alt Messeren geschlaff!

Mir hun eise Schmus eis Kultur an Traditioun, Politik daat
interesseiert eis keng Boun!
Alles waat mir begeiehren ass eng frai quant Drôm, an en tschugger
Emmess fir eise Wôn!

U mengen Hänn do kullert och de Schwees! Eis deeglecht Brout daat ass
op der Rees!
Jéinesch ze sin daat ass eist Liewen, seit eiser Gebuert bis dass mir
stierwen!”

Mat beschte Griss, Oliver Kayser vun de Lompekrimer